Betili und Menhir
Oft findet man neben den Gigantengräbern einzelne, in spitzbogiger Form bearbeitete Steine, die sogenannten Betili. Sie stellten die symbolisch Verkörperung der Gottheit und das männliche und weibliche Element, als Ursprung des Lebens dar. Auch die "menhire" Hinkelsteine, auf sardisch bekannt als "Pedras Fittas", sind große aufgestellte Steine, teils bearbeitet, teils naturbelassen. Die Hinkelsteine befinden sich sehr oft in der Nähe der "domus de janas" (Felskammergräber) und haben religiöse Bedeutung. Man findet sie jedoch in ganz Sardinien verteilt.
Felskammergräber
"Domus de janas" sind, von Menschenhand in Fels gehauene, Gräber der vornuraghischen Zeit, entstanden zwischen 2700- 1800 v.C. Die Gräber bestanden aus einer variierenden Anzahl halbkreisförmiger Zellen, verbunden durch kleine viereckige Türen, die mittels Steinplatten hermetisch verschlossen wurden. Die verstorbenen Stammesfürsten verfügten über besonders prachtvoll ausgeschmückte Grabwohnungen, in denen ihnen aufgemalte Scheintüren den Weg in die Ewigkeit wiesen. Auf Sardisch bedeutet "Domus" Haus und "Janas" sind die grazilen Feen, die der Sage nach in ihnen leben: Gute und böse Feen, die aus goldenen Fäden prächtige Stoffe weben, unschätzbare Kostbarkeiten hüten und den Menschen Glück und Wohlstand bringen - oder aber ihre unartigen Kinder fressen.
Gigantengräber
Im zweiten Jahrtausend v. C. tauchten bis zu 15 Meter lange, megalithische Gemeinschaftsgräber auf. Sie wurden aus, mit Steinplatten eingefaßten und abgedeckten, Felsgängen konstruiert. Die Kopfseite der Grabstätten verzierten die Nuraghier mit aufrecht stehenden, bis zu 3 Meter hohen Steinplatten. In jedem Ort gab es nur ein Grab, in welchem bis zu 200 Verstorbene Platz finden konnten.
Bronzestatuen aus der Zeit der Nuraghier
Eine sehr wesentliche Rolle spielten die 10-15, manchmal sogar bis zu 40 cm großen "bronzetti" Bronzestatuen als nuraghische Grabbeigaben ab etwa 1000 v.C. Die genaue Untersuchung der Bronzestatuen ist sehr wichtig, da wir daraus einige Aspekte des nuraghischen Lebens kennenlernen können: von der Mutter, die um ihren toten Sohn weint, Hirten, Kriegern, bis zur Darstellung des Stammesoberhauptes und anderer Angehöriger der nuraghischen Gesellschaft. Sehr schöne Exemplare kann man im Archäologischen Museum in Cagliari bewundern.
Brunnenheiligtümer
Die Kultstätten sind überwiegend, wie könnte es anders sein im wasserarmen Sardinien, Brunnen- oder Quellentempel, welche in der Nähe unterirdischer Quellen erbaut wurden. Die Konstruktion dieser Brunnentempel erfolgte nach einem einheitlichen Schema: von einem vorgelagerten Hof, meistens ausgestattet mit kleinen Steinbänken, um geweihte Geschenke oder rituelle Gefässe abzustellen, stieg man ein paar Stufen in das Untergeschoß, in welchem sich die Quelle befand. Unter den Brunnenheiligtümern sind jene von S. Cristina di Paulilatino und Su Tempiesu (Orune) die bekanntesten.

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