Dieses Handwerk war immer schon den Frauen vorbehalten gewesen, gewebt wurde in den eigenen vier Wänden und die Fertigkeit wurde von einer Generation auf die andere überliefert. Das Textilhandwerk Sardiniens unterscheidet sich ganz deutlich von dem des restlichen Italiens, welches sich im Laufe des XV. - XVI. Jhdt. sehr stark veränderte. Auf Sardinien jedoch wurde die ursprüngliche Form bewahrt.
Der sardische Künstler verteilt seine Motive mit berechneter Symmetrie und nach ausgeklügelten Kriterien, jedoch nicht mit starrer Geometrie, welches die orientalische sowie mittelalterliche Fertigung charakterisiert.
Die dekorative sardische Gestaltung kann verglichen werden mit jener in Umbrien und den Abruzzen, von Letzteren z.B. die Fertigung von Satteldecken für Reiter, wobei sich in der Mitte das dekorative Element befindet. 
Unter den vielen typischen sardischen Teppichen gilt es besonders die "Kastendecke" hervorzuheben, welche auf den Hochzeitskasten gelegt wurde, und heute noch von manchen Familien und örtlichen Schulen nachgebildet wird.
Neben der Fertigung von Kastendecken und Satteln werden auch Bettüberwürfe, Tischdecken, Handtücher und Teppiche hergestellt.
Die Teppiche unterscheiden sich in ihren Motiven und Farben je nach dem Ort der Fertigung. Bis vor dreißig, vierzig Jahren konnte man, aufgrund der langen Tradition des Webhandwerkes, quer durch die verschiedensten Dörfer Sardiniens, noch fast alle Frauen vor dem Holzwebstuhl beim Weben eines Teppiches bewundern. Heute ist davon nur mehr ein kleiner Teil übrig geblieben.
Für die Fertigung der Webstücke verwendet man auf der Insel seit jeher den Webstuhl, sowohl für die Bearbeitung von Baumwolle, als auch für Schafswolle.
Die meist verwendeten Webstühle sind jene horizontalen und vertikalen Webstühle. Ersterer wird beinahe auf der ganzen Insel verwendet und man kann verschiedene Arten der Weberei erhalten: mit Schlingen oder Noppen durch abwechselnde Bewegung der Pedale oder mit Stickereien mit der Nadel (a mustra de agu). Der zweite wird nur in einigen Bergregionen verwendet: Tonara, Nule und Sarule, man erhält glatte und flache Webstücke. Seit jüngerer Zeit ist eine dritte Art von Webstuhl eingerichtet worden: der schräge oder transversale Webstuhl, welcher die Bearbeitung vereinfacht und eine bessere Festigkeit der Webstücke erzielt. Mit diesem transversalen Webstuhl ist es auch möglich Knüpfteppiche oder Teppiche mit Quasten herzustellen.
Die bekanntesten Produktionsstätten der InselDer vertikale Webstuhl
Nule: ist ein Dorf im Landesinneren im Norden Sardiniens, in der Region von Goceano, in der Nähe von Benetutti, sehr wichtig für die Produktion von glattgewebten Teppichen. Der traditionelle Teppich ist jener mit bunten Flammen und Motiven aus der Welt der Fauna und Flora, sehr ähnlich wie die islamischen und byzantinischen Arbeiten und die Brokatmotive der Region Genuas und Pisas. Das Endprodukt aus der Bearbeitung der Schafswolle, gefärbt mit pflanzlichen Farben, versinnbildlicht mit Symbolen wie Palmen, Pfauen, Hischen und Pferden, kann verschiedene Längen, jedoch eine maximale Breite von drei Metern haben.
Transversal- oder Schrägwebstuhl
Dorgali: ist ein Dorf in der Mitte der Ostküste der Insel, in der Nähe von Oliena nicht weit von der Hauptstadt der Provinz (Nuoro). Dieses Dorf ist gemeinsam mit Zeddiani der einzige Ort, wo Teppiche aus Schafswolle mit Quasten gefertigt werden, geknüpft und glattrasiert, sehr ähnlich jenen des Orients. Dieser Teppich kann nur Dank eines besonderen Webstuhls und einer besonderen Geschicklichkeit des Anwenders hergestellt werden.
Horizontaler Webstuhl
Samugheo: ist ein Dorf, wo sich die meisten Bewohner mit dieser Tätigkeit beschäftigen und dazu den horizontalen Webstuhl verwenden. Der eingesetzte Webstoff kann Baumwolle, Schafswolle oder Flachs sein, während die angewandte Webtechnik größtenteils jene mit Schlingen oder Noppen ist.
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