Die vereinzelten Bergmassive haben meist eine kuppige Form ohne ausgeprägte Gipfel und sind nicht höher als 2.000 m. Der höchste Berg Sardiniens ist die Punta La Marmora (1.834m) im Gennargentu-Gebirge, gefolgt von der Punta Balestrieri (1.259 m) im Limbaramassiv (Gallura). Das Landschaftsbild wird in weiten Teilen der
Insel von Ebenen und Hochflächen bestimmt. Die Ebene mit der längsten Erstreckung reicht vom Monte Ferru (Oristano) bis in die Bergländer von Alà, Buddusò und Bitti, die höchstgelegene Ebene befindet sich bei Fonni.
Die Verwitterung erzeugt vor allem im Granit bizarre Formen, kissenartige Blöcke und tiefe Höhlungen (Tafoni). Es können so große Öffnungen entstehen, die von den Hirten als Unterstand für Mensch und Vieh genutzt werden.
Auch die Bildung der Inselberge geht auf die Verwitterung zurück. Solche inselartig isolierten Rumpfbergreste findet man z.B. in der Küstenebene von Lotzorai. Im Miozän kam es auf Sardinien an vielen Stellen zum Ausfließen von basaltischen Laven. So bildeten sich die Tafelberge (giare) bei Gesturi, Serri, Siddi und Tecu (Barisardo).
Erwähnen muß man auch die mesozoischen Kalk- und Dolomitgebirge am Golf von Orosei, die den Supramonte und den Monte Albo aufbauen. Eindrucksvoll sind die "tonneri" bei Tonara und die "tacchi" der Ogliastra. Bei letzteren handelt es sich um klippenartige Reste einer ehemals weit ausgedehnten mesozoischen Bedeckung auf paläozoischem Untergrund. Die bekannteste dieser schroffen Felsnadeln ist sicher die Perda Liana (1.293 m).
Auch einige sehr schöne Schluchten gibt es auf Sardinien, z.B. die Gorropu-Schlucht, die Codula di Luna (Urzulei) und die Codula di Sisine (Baunei).
Die Kalkstein- und Dolomitmassive Sardiniens sind stark verkarstet. Die Verkarstung betrifft nur in geringem Masse die Landoberfläche (Dolinen), die Lösungstätigkeit des Wassers wirkt vor allem im Untergrund. So bilden sich riesige Höhlen, die häufig von unterirdischen Flüssen durchflossen werden. Die Höhlen im Gebiet der "tacchi" haben meist eine horizontale Erstreckung, da hier die Kalksteinschichten weniger mächtig sind.
Die schönsten Höhlen Sardiniens befinden sich sicher im Supramonte-Gebirge: Su Palu, Su Miraculu, Grotta del Fico, Grotta di Istirzili, Grotta di Mangalistru um nur einige zu nennen. Unter der Erde hat die Natur große Säle mit tiefen Seen sowie eindrucksvolle Stalagmiten und Stalagtiten geschaffen. Bei Ulassai (Ogliastra) kann man die ca. 1 km lange Höhle "Su Marmuri" (Marmorhöhle, aufgrund der weißen Stalagtiten) besuchen - mit einem 80 m hohen Saal und einem unterirdischen See. Eine weitere Höhle, die einen Besuch lohnt, ist die "Grotta del Bue Marino" (Dorgali), in der lange Zeit die Mönchsrobben ihre Jungen zur Welt brachten.
Auch "Su Sterru" auf der Golgo-Hochebene, ein ca. 270 m tiefer Schlund, soll seinen Ursprung in Verkarstungsprozessen haben. Es handelt sich um einen der tiefsten Schlünde Europas.