Die Nuraghen:
Die ruhmreiche nuraghische Kultur hat ihre Wurzeln in einem kriegerischen Volk vom kaspischen Meer, welches nach einer langen Reise über Kleinasien, Afrika und das Mittelmeer um 1800-1500 v.C. nach Sardinien gelangte. Die gewaltigen Steintürme, die Nuraghen, wecken auch heute noch Bewunderung. Sie sind die mächtigsten und technisch gesehen, die perfektesten megalithischen Konstruktionen Europas und des ganzen Mittelmeerraumes. Die Nuraghen, erbaut aus enormen Steinblöcken und an strategisch herausragenden Punkten, dienten höchstwahrscheinlich der Verteidigung.
Es gibt zwei Arten von Nuraghen:
Nuraghe a Tholos
Der Steinturm ist kegelförmig abgestumpft und erinnert an einen, auf den Kopf gestellten Eimer. Im Inneren des Turms befindet sich ein Zimmer bzw. eine runde Zelle mit in der Höhe zusammenlaufenden Wänden. Das Dach bildete sich durch die immer enger werdenden Mauern, jeder vorspringende Stein bildet eine perfekte Einheit mit dem darunterliegenden.
Nuraghe a corridoio
Diese Steinbauten sind einfacher, weniger geräumig und niedriger als jene "a Tholos" und werden auch manchmal als Pseudonuraghen bezeichnet. Im Inneren befinden sich ein oder mehrere Gänge (corridoi), einige mit mehr als einem Raum, der allerdings nur sehr eng ist und wo das Mauerwerk mehr Platz einnimmt, als die Öffnung selbst.
Etymologie des Wortes "nuraghe":
Für den Sprachforscher ist das Wort "Nuraghe" ein Substantiv, abgeleitet aus einer Reihe von Wörtern, die noch heute in der sardischen Sprache vorkommen, wie zum Beispiel: "Nura, Nurra, Mura" etc. deren Bedeutung "Steinhaufen, Höhlung, Höhle, Höhlengrab" etc. ist. Sollte diese Ableitung stimmen, würde "Nuraghe" Grab oder Tempel bedeuten, jedoch bis heute ist man sich nicht darüber einig.
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