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Die historischen Wurzeln der sardischen Sprache


Sardisch ist eine eigenständige Sprache. Mit dem Italienisch ist sie zwar verwandt, doch steht sie dem antiken Latein um viele Jahrhunderte näher. "Haus" bedeutet im Latein "domus", auf Sardisch "domu" aber auf Italienisch "casa" - um nur eines zahlreicher Beispiele zu nennen.
Das Sardische ist eng mit der wechselhaften Geschichte der Insel verbunden. Die sardische Sprache hat sich im Laufe der Zeit, vorallem durch die vielen verschiedenen Herrschaften auf Sardinien, angefangen von den Phöniziern und Karthagern, die die Insel nur mit großer Mühe erkämpfen konnten, sehr stark verändert. Nach den Karthagern eroberten 238 v.C. die Römer Sardinien. Aber, wie auch den Phöniziern und Karthagern, gelang es selbst den Römern nicht die ganze Insel unter ihre Herrschaft zu bringen.  Das Landesinnere, von den Römern als "Barbaria" bezeichnet, blieb weitgehend verschont. Die besiegten Regionen nannten sie Romania - größten romanischen Einfluß gab es in den Küstenregionen bei Cagliari und Porto Torres. In den von den Römern eroberten Gebieten hatte die lateinischen Sprache auf das Sardische großen Auswirkungen, während die sardische Sprache im Landesinneren der Insel weitgehend unverändert blieb.
Nach den Römern stand Sardinien kurze Zeit unter der Herrschaft der Vandalen, Byzantinier, Pisaner, Genoveser, Katalanen, Spanier und Piemonteser.
 Unter der Herrschaft der Pisaner ist es zur sprachlichen Unterscheidung der Dialekte Logudorese und Campidanese gekommen, da diese Gebiete kulturell und sprachlich weitaus offener waren, als die ursardischen Dialekte Nuorese-Barbaricino welche in dieser eher abgeschiedenen Region überlebten. Der wirtschaftliche und politische Einfluß Pisas hatte wesentliche Auswirkungen auf die Enwicklung der sardischen Sprache.
Der Einfluß des Italienischen blieb selbst in der Zeit der katalanisch-aragonischen und später spanischen Herrschaft erhalten. Grund dafür war vorallem, die Vorliebe der jungen Sarden an den Universitäten von Pisa und Genua zu studieren, statt an jenen in Spanien. Bis 1714 blieb Sardinien unter spanischer Flagge, danach gehörte es für kurze Zeit, bis 1718 zu Österreich und anschließend wurde die Insel an Vittorio Amedeo II von Savoia übergeben.
Heute wird das Sardische immer mehr durch Italienisch verdrängt, auch wenn zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen, vorallem im Landesinneren der Insel, noch erhalten geblieben sind. Eine große Anzahl sardischer Wörter stammt aus dem Lateinischen und Spanischen und teilweise findet man sogar noch piemontesische Ausdrücke.

Beispiele aus dem Lateinischen:
lucerna, eher selten verwendet, bedeutet blenden;
domu , lateinisch domus: Haus ;
cinisu, lateinisch cinus: Asche;
Bis vor nicht allzu langer Zeit begrüßte man sich noch mit: saludi - lateinisch salus. Ausdrücke für eine heidnische Gottheit: Diana : jana bedeutet Fee - Hexe; orcu : schlechte und böse Person. .
Wörter spanischen Ursprungs:
barduffula: Kreisel, ventana: Fenster; arretra: Mausefalle; eine Grußform, die vorallem von älteren Personen als Verabschiedung verwendet wird ist 'Adiosu' oder 'A si biri' vom Spanischen adios.

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