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Fauna


Auf Sardinien leben zahlreiche seltene Tierarten, die besonders in den Bergländern ein wichtiges Rückzugsgebiet finden. Hier kann man viele Arten beobachten, die in anderen Regionen Europas längst ausgestorben sind. Einst lebten auf Sardinien auch Bären, Luchse, Wölfe, Krokodile, Elefanten, zwei Affenarten und das Wildpferd - Arten die heute fehlen.
Das Mufflon, die westliche Unterart des Wildschafs, ist zum Symbol der sardischen Tierwelt geworden. Die scheuen Gebirgsbewohner wurden lange Zeit gejagt und nahezu ausgerottet. Heute ist das Mufflon eine streng geschützte Art und die Bestände erholen sich langsam.
 . In den Bergregionen des Gennargentu und Supramonte bekommt man mit ein bißchen Glück einzelne dieser majestätischen Tiere zu sehen. Das Mufflon lebt auch in anderen Ländern Europas, seine Vorfahren kamen jedoch allesamt aus Korsika und Sardinien.
Der sardische Hirsch (Cervus elaphus) ist heute vom Aussterben bedroht, das Wildschwein dagegen scheint trotz unbarmherziger Jagd zu überleben. Der Damhirsch (Dama dama) war bis vor wenigen Jahren ausgerottet, wurde aber wieder eingeführt und lebt heute in den Schutzgebieten am Montarbu bei Seui. Einige wenige Vertreter der Mönchsrobbe (Monachus monachus) sollen noch an der sardischen Ostküste überleben. Die Mönchsrobbe kam hier früher in großer Anzahl vor. Die Tiere leben ständig im Meer, nur wenn sie Junge erwarten, kommen die Weibchen an Land. Sie gebären an abgelegenen Stränden und in weitverzweigten Höhlen. Durch den zunehmenden Bootsverkehr an der sardischen Ostküste verlieren die Robben immer mehr ihren Lebensraum.
 Häufig trifft man auf Sardinien den sardischen Hasen (Lepus capensis), den Fuchs (Vulpes ichunusae), das Wiesel (Mustela nivaris), den Marder (Martes martes), die Wildkatze (Felis silvestris), das Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus), den Siebenschläfer (Glis glis) und den Igel (Erinaceus europaeus). Bei den Amphibien sind verschiedene endemische Arten erwähnenswert wie der sardische Schleuderzungensalamander (Hydromantes genei). Es handelt sich um einen blinden Molch, der außer auf Sardinien nur in italienischen und kalifornischen Höhlen gefunden wurde. An den menschenleeren Sandstränden der sardischen Westküste legt die Meeresschildkröte (Careta careta) ihre Eier ab.
Auch bei den Schlangenarten gibt es einige Besonderheiten wie die Natrix natrix cetii. Der Lagunensee von Molentargius (Cagliari) ist der einzige Ort in Europa, an dem Flamingos nisten und am Strandsee von Tortolì kann man zahlreiche Wasservogelarten wie Reiher, Möwen, Wasserhühner und Kormorane beobachten. Hier nisten auch viele bedrohte Vogelarten.

Die ehemals reiche Vogelwelt ist heute noch durch den Steinadler, den Wanderfalken, den Gänsegeier, Uhu, Eule, Wildtauben und das sardische Rebhuhn repräsentiert. Auch hier gilt, daß leider der gesamte Vogelbestand trotz häufig idealer natürlicher Lebensbedingungen durch den Menschen stark reduziert wurde.
Nicht zuletzt sollte man den Eleonorenfalken erwähnen, der an der Küste zwischen Cala Gonone und Capo Monte Santo nistet. Die steilen Klippen in diesem Gebiet werden auch "falesia dei falchi" (Falkenklippen) genannt.

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