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Flüsse und Seen


Der einzige natürliche See Sardiniens ist der Lago Barazza, am Fuße eines Hügels in der Nurra und in der Nähe der Küste gelegen. Der Mangel an Binnenseen hat geologische Ursachen: Sardinien war im Quartär nicht vergletschert und es gab keine tektonischen Ereignisse, die zur Anlage großer Grundwasserspeicher geführt hätten.
Lghi Sardegna OgliastraDie größten Seen Sardiniens sind Stauseen. Sie wurden vom Menschen zu verschiedenen Zwecken angelegt wie Energiegewinnung, Hochwasserschutz, Wasserversorgung und Bewässerungswirtschaft.
 Außerdem gibt es auf Sardinien zahlreiche Küsten- und Lagunenseen, die sogenannten "stagni". Die wichtigsten "stagni" befinden sich bei Oristano (stagno di Cabras, stagno di S. Giusta, stagno di Marceddì) und bei Cagliari (stagno di S. Gilla, stagno di Molentargius); darüber hinaus gibt es einige kleinere Seen im Landesinneren. Neben dem Süßwasser der Flüsse kann in die "stagni" oft auch Salzwasser eindringen. Die Lagunenseen bildeten sich durch Auswaschungsprozesse in semiaridem Klima. Die Tümpel weisen nur eine geringe Wassertiefe auf und sind im allgemeinen mit stehendem Wasser gefüllt.

Flüsse
Die bedeutensten Fließgewässer Sardiniens sind der Cedrino, der Flumendosa, der Tirso und der Flumini Mannu. Als weitere wichtige Flüsse muß man den Temo (einziger schiffbarer Fluß), den Cedrino und den Rio Fiume Sardegna OgliastraPosada nennen, sowie viele andere kleinere Flüsse, die Teil eines weit verzweigten Gewässersystems sind.
Der Coghinas, der nach den Thermalquellen in der Nähe seiner Mündung benannt ist, entspringt in der Gallura, wird durch die Zuflüsse des Rio Mannu, des Rio Berchidda und des Rio Mannu di Ozieri gespeist, durchfließt die Anglona und mündet schließlich in den Golf von Asinara. Der Coghinas ist der drittlängste Fluß Sardiniens (123 km) und steht an zweiter Stelle bei den Abflußwerten (Durchschnitt und Maxima).
An der Westküste der Insel münden der Temo (Bosa), der Tirso (Golf von Oristano), der Rio Mannu (Pabillonis) und der Rio Palmas ins Meer. Der Tirso, der ursprünglich "Thyrsus" hieß, ist mit 159 km der längste Fluß der Insel. Er entspringt auf den Granithochflächen bei Buddusò, durchfließt den zentralen Teil Westsardiniens, wo sein Wasser zur Bewässerung der Felder genutzt wird, und mündet schließlich in den Golf von Oristano.
Der Flumendosa ist sicher der wichtigste Fluß Sardiniens, nicht seiner Länge und Abflußwerte wegen, sondern aufgrund seiner ökologischen Bedeutung. Sein Wasser wird auch für die Bewässerung der trockenen Ebenen im Süden Sardiniens eingesetzt. Der Fluß entspringt im Gennargentu-Gebirge, durchfließt ganz Südostsardinien, die Barbagia, die Ogliastra, den Sarcidano und den Sarrabus und mündet schließlich zwischen Muravera und Villaputzu ins Meer.
Da ein großer Teil des sardischen Bodens wasserundurchlässig ist und die Flüsse in den Wintermonaten oft verheerende Hochwasser führen, werden immer wieder Überschwemmungen in den flachen Küstenebenen ausgelöst. Die Problematik wird noch durch die meist engen Flußbetten und das große Gefälle verstärkt.
Auch der Flumendosa führt aufgrund der Wasserundurchlässigkeit des Untergrundes große Mengen an Geröll und Schwebstoffen mit, die er untermeerisch und an seiner Mündung in Form von Schwemmfächern ablagert. 
 

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